Logopädie

Logopädie, oder auch Sprachtherapie genannt, ist eine Behandlung, um sowohl Kinder als auch Erwachsene mit Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen in ihrem erschwerten Alltag zu unterstützen und zu therapieren.

Das Ziel ist es, die Kommunikationsfähigkeiten des Patienten mit Hilfe eines Behandlungsplan zu verbessern. Wir therapieren überwiegend in Einzelsitzungen, wobei systematisch und in kleinen Schritten gearbeitet wird. Zunächst findet ein Erstuntersuchungsgespräch statt, um das genaue Störungsbild zu erkennen und einen Plan der Sprachtherapie zu erstellen. Wir stellen zwischen Symptomen und Ursachen Zusammenhänge her, um eine ganzheitliche Sicht zu erhalten, somit kann der Behandlungsplan bestmöglich auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden.

Verordnung und Kostenübernahme

Voraussetzungen für eine Therapie beim Logopäden sind eine ärztliche Untersuchung und eine Heilmittelverordnung (Rezept) eines HNO-Arztes, Kinderarztes oder Neurologen. Je nach Verordnung des Arztes sind auch Hausbesuche möglich. Beratungstermine können auch ohne ärztliche Verordnung vereinbart werden.

Bei gesetzlich Versicherten übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten. Patienten über 18 Jahre müssen eine Zuzahlung leisten. Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren gibt es keine Zuzahlungspflicht. In der Regel werden die Kosten von der Krankenkasse bei privatversicherten Patienten übernommen. Setzen Sie sich dennoch im Vorfeld mit ihrer Krankenkasse in Verbindung bezüglich der Kostenübernahme.

Kinder

Hinweise

Hinweise für eine mögliche Behandlung können sein:

  • Wenn Ihr Kind auffallend anders spricht als andere Kinder seines Alters oder wenn es von anderen häufig nicht verstanden wird.
  • Wenn Sie die Vermutung haben, dass ihr Kind häufig nachfragt oder verzögert auf Ansprache und Aufforderungen reagiert.
  • Wenn Ihr Kind einige Laute noch gar nicht spricht oder diese ganz auslässt oder ersetzt.
  • Wenn der Satzbau noch falsch ist und Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind insgesamt wenig Wörter verwendet.

Behandlungsindikatoren

  • Sprachentwicklungsverzögerungen/-störungen
  • Artikulationsstörungen
    • Aussprache
    • Wortschatz
    • Grammatik
    • Sprachgebrauch
    • Sprachverständnis
    • Redefluss
  • Myofunktionelle Störungen
    • Zahn- und Kieferfehlstellung
    • Abweichendes Schluckmuster
    • Artikulationsstörungen
    • Mundatmung
  • Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS)
  • Redeflussstörungen
    • Stottern und Poltern

Was ist eigentlich...

... eine myofunktionelle Therapie?

Als myofunktionelle Störungen bezeichnet man die gestörten Funktionen in Mund und Gesicht wie Sprechen, Schlucken oder Atmen. Die Ursachen hierfür sind ganz unterschiedlich. Gewohnheiten, wie Daumenlutschen, können sich schädlich auf das Gleichgewicht von Kiefer, Zähnen und Muskeln auswirken.

Das Ziel ist es die Muskelfunktionen des Kindes zu verbessern. Zunächst stellen wir eine detaillierte Diagnose. Darauf basierend entwickeln wir einen ausführlichen und auf den Patienten angepassten Behandlungsplan mit vielfältigen Übungen. Spielerisch erhalten wir die Motivation des Kindes. Regelmäßige Gespräche mit den Eltern sind für uns von großer Bedeutung, da es wichtig ist, dass sich sowohl die Kinder als auch die Eltern bei uns wohl fühlen.

... Stottern?

Stottern ist eine Störung des Redeflusses. Durch das Stottern wird die Person enorm eingeschränkt. Als Beispiel wird in der Schule lieber eine schlechte Note „in Kauf genommen“, als die Hausaufgaben mündlich vorzutragen.

Die Therapie hilft dem Betroffenen seinen Handlungsspielraum zu erweitern und fließender zu sprechen. Zusammen mit den Patienten arbeiten wir an der Atmung, Stimme und Artikulation. Das Ziel ist es, das Wohlbefinden und das Gefühlsleben der Patienten zu verbessern. Durch Sprech- und Modifikationstechniken soll das Sprechen und die Sprechweise der Patienten verbessert werden. Darüber hinaus ist es für uns wichtig, die Selbstsicherheit und -vertrauen des Patienten aufzubauen.


Jugendliche und Erwachsene

Behandlungsindikatoren:

  • Atem- und Stimmstörungen
    • Funktionelle Dysphonien
    • Organische Dysphonien
  • Redeflussstörungen
    • Stottern und Poltern
  • Myofunktionelle Störungen
  • Neurologisch bedingte Sprach- und Sprechstörungen als Folge von Schlaganfall, Schädel-, Hirntrauma, Tumorerkrankungen oder andere neurologische Systemerkrankungen
    • Aphasien
    • Dysarthrophonien
    • Facialis-Paresen
    • Sprechapraxien
    • Dysphagien

Ein Termin beim HNO- Arzt oder Neurologen oder ein Beratungstermin in unserer Praxis bei Atem- und Stimmstörungen sollte in Anspruch genommen werden,

  • wenn Sie neurologisch bedingte Sprach- und Sprechstörungen als Folge von Schlaganfall, Schädel-, Hirntrauma, Tumorerkrankungen oder andere neurologische Systemerkrankungen haben
  • Wenn Ihr Redefluss durch Stottern oder Poltern unterbrochen wird
  • Wenn Sie anhaltender Heiserkeit, vermehrter Schleimbildung und/oder Druck- oder Kratzgefühlen im Halsbereich spüren

Was ist eigentlich eine Aphasie?

Als Aphasie („Sprachverlust“) bezeichnet man eine Störung der Sprache, die durch eine Hirnschädigung verursacht wurde. Die häufigste Ursache dafür ist ein Schlaganfall, aber auch Hirnverletzungen durch Verkehrsunfälle, Hirntumore oder Hirnentzündungen können zu einer Aphasie führen. Durch die Aphasie sind Verstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben gestört.

Es gibt unterschiedliche Erscheinungsformen einer Aphasie, die eine individuelle Therapie benötigen. In den ersten Monaten verbessert sich die Aphasie in der Regel von selbst. Durch eine intensive Aphasietherapie können diese Fortschritte deutlich verstärkt werden. Ein angepasster Plan ist die Grundlage dieser Therapie. Uns ist es besonders wichtig, die Persönlichkeit des betroffenen Patienten kennenzulernen, um eine Behandlung für den Patienten zu erleichtern.